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Gewählte Kategorie: Kräuterküche

Ist Kanadische Goldrute ungiftig? Erstaunliches Heilkraut mit Wirkung gegen Pilze

Samstag, 2020-09-05 08:34, Eintrag von Diana
Kategorien: Kräuterküche


Die Blüten der Kanadischen Goldrute, Solidago canadensis, wurden bei den nordamerikanischen Ureinwohnern gegen Halsentzündung gekaut. Die Pflanze ist im US-Arzneibuch (Pharmacopoeia) als stimulierendes, schweißtreibendes Kraut gelistet, außerdem wirkt sie auf die Nieren- Blasenregion.

Bei uns kommt sie seit der Mitte des 17. Jahrhunderts ebenfalls wild vor. Die Goldrutenarten kreuzen sich stark, deshalb können unsere Sorten von den Ursprünglichen abweichen. Die drei häufigsten Arten haben aber eine ähnliche Wirkung.
Goldrute ist eine gute Bienenweide und durch den hohen Flavonoidgehalt auch Färberpflanze. Der Name ist von solidare »zusammenfügen« oder »gesund machen« abgeleitet.

Die Gewöhnliche oder Echte Goldrute, Solidago virgaurea, hat deutlich größere Blüten und ist in Europa meist in lichten Wäldern heimisch. Ihre Wirkung ähnelt der des Verwandten. Sie wird auch Waldkraut und Heidnisch Wundkraut genannt.
Wegen ihrer antiseptischen Wirkung kannst du sie zur Spülung bei entzündlichen Harnwegserkrankungen nutzen (stark diuretisches Mittel). Außerdem haben ihre Saponine nicht nur schleimlösende, sondern auch pilzhemmende Eigenschaften. Deshalb setzt die Volksmedizin sie auch bei Pilzinfektionen (z.B. Candidapilz) von Kindern ein.

1-2 Teelöffel Goldrute mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. 3 Tassen am Tag ist die übliche Dosis. (Gegenanzeigen: Ödeme wegen eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit ansonsten ungiftig! Kann allerdings Kontaktallergie und Heuschnupfen auslösen).

Hast Du in Deiner Nähe Goldrute und nutzt sie?


Kuchen-Rezept mit Pelargonie

Montag, 2020-08-17 11:18, Eintrag von Diana
Kategorien: Kräuterküche
Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich für die vielen guten Wünsche gestern bedanken! Vielleicht hast du Lust meinen Geburtstagskuchen nachzubacken und ich kann dir mit dem Rezept eine Freude machen.
Wie versprochen ist es ein Kuchenrezept mit Pelargonie. Ich habe eine mit Rosenduft verwendet, doch jede andere Duftrichtung ist genauso lecker. Du kannst ganz nach deinem Geschmack vorgehen.

Wer sich Sorgen um die schlanke Linie macht, sollte es vermeiden, die Kalorien auszurechnen oder erst gar nicht weiterlesen. Das Bild alleine ist ja auch ganz hübsch.

Die Angaben sind für ein Backblech. Ich habe den Boden halbiert und eine Schichttorte daraus gemacht, du kannst auch den kompletten Boden mit Creme bestreichen. Das ist genauso lecker und du sparst Arbeit.



Boden:
1. Den Ofen auf 160° (Umluft) vorheizen.
2. Die Pelargonienblätter mit dem Zucker im Mixer zerkleinern.
3. Butter und Pelargonienzucker cremig schlagen.
3. Die Eier einzeln unterschlagen und auf höchster Stufe glatt rühren.
4. Mehl, Backpulver und Salz in eine Schüssel sieben, die Hälfte (langsam) unter den Teig rühren. Joghurt und Saft einarbeiten. Dann das restliche Mehl zufügen und untermischen.
5. Den Teig in das vorbereitete Backblech (Butter oder Backpapier) gießen und 40- 50 Minuten fertig backen. (Zur Garprobe ein Holzstäbchen in den Teig stecken, wenn er gut ist, bleibt es beim Herausziehen sauber.)

Zutatenliste:⠀
550g Dinkelmehl
325g weiche Butter
600g Zucker
¾ TL Salz
3 EL Milch
1 gehäufter Teelöffel Backpulver⠀
9 Eier⠀
325g Joghurt⠀10%
Saft von 3 Limetten (150ml Orangensaft ist eine tolle Variante)
1 Handvoll Pelargonienblätter

Creme:
1. Den Zucker mit den Pelargonienblättern im Mixer fein zerkleinern, zusammen mit Milch, Vanille und Frischkäse mit dem Rührgerät aufschlagen (nicht zu lange, sonst fällt die Masse wieder zusammen).
2. Die Sahne mit dem Sahnesteif fertig schlagen und unterheben.
3. Die Creme auf dem Boden verteilen, sobald er ausgekühlt ist. Nach Herzenslust dekorieren z.B. mit Pelargonienblüten.
Tipp wenn Du statt Sahnesteif Sofortgelatine verwendest, wird die Creme besonders fest, allerdings muss der Kuchen dann 3 Stunden kühlstehen.

Zutatenlieste:⠀
300g Frischkäse
500ml Sahne⠀
200g Puderzucker⠀
1 Handvoll Pelargonienblätter
1 TL Vanilleextrakt (oder gemahlene Vanille)
2-3 Päckchen Sahnesteif



Duftpelargonie als Aromaspender

Freitag, 2020-08-14 11:00, Eintrag von Diana
Kategorien: Kräuterküche


Wissenschaftler haben versucht, Pelargoniumzellen im Reagenzglas zu züchten, um günstiger an ihr Aroma für die Nahrungsmittel- und Parfümindustrie zu gelangen.
Die Pelargonie gehört wie die Geranie zu den Geraniengewächsen, doch es ist tatsächlich eine andere Gattung. Noch genauer handelt es sich hier um eine Duftpelargonie, die ihre Heimat in Südafrika hat. Bereits seit dem 17. Jahrhundert werden diese in Europa kultiviert.

Die Pflanze kann inzwischen in nahezu jeder Duftrichtung bezogen werden und eignet sich dann mitunter als Gewürz. In den komplexen aromatischen Ölen wurden mehrere Tausend Bestandteile identifiziert. Sie weisen beispielsweise entscheidende Ähnlichkeit mit Zitronen-, Orangen-, Rosen-, Muskat-, Eukalyptus- und Pfefferminzöl auf.
Verschiedene Arten liefern das Geraniumöl, welches zum Strecken von Rosenöl verwendet wird. Bourbonöl wird als das Edelste angesehen und stammt aus der Karibik.

In ihrer Heimat werden viele Arten als Heilmittel verwendet – vorwiegend bei Bronchialbeschwerden (da sie schleimlösend wirken), Verdauungs- und Hautproblemen. Es gibt eine Reihe von Arten mit knolligen Wurzeln, aus denen Pulver gegen Durchfall gewonnen wird.
In Deutschland ist die Pflanze zur Stärkung der Immunabwehr aus dem Mittel Umckaloabo bekannt.

Erntezeit ist im Spätsommer. Die Blätter können jedoch das ganze Jahr über verwendet werden. Diese wärmeliebenden Pflanzen musst Du im Winter ins Haus holen. Sie mögen keinen Frost.

(Quelle für meinen Text: Kräuter - die große Enzyklopädie aus dem DK-Verlag )

Nächste Woche gibt es bei mir ein Kuchenrezept mit Zitronenpelargonie und Kornblumenblüten.

gratis Download Flieder-Frischkäse-Torte

Montag, 2020-05-11 18:30, Eintrag von Diana
Kategorien: Kräuterküche


Flieder-Frischkäse-Torte

Dieser Cremekuchen vereint den blumigen Duft des Flieders mit dem fruchtig geheimnisvollen Aroma der schwarzen Johannisbeeren. Der Boden besteht aus einer saftigen Rührteigvariante mit Buchweizenmehl und Joghurt. Zitrone und Kardamom sorgen für Frische und eine orientalische Note. Gestillte Sehnsucht für den Gaumen.

Zutaten für den Boden:
250g Butter
225g Zucker
125g Vollkornweizenmehl
100g Buchweizenmehl
1Pck Backpulver
5-6 Eier
3 EL Joghurt
1 abgeriebene Zitronenschale
1/2 TL grünen Kardamom gemahlen

Zutaten für die Creme:
450g Frischkäse
250g Puderzucker
250ml Fliederblüten
3 EL Fliedersirup
1 EL Saft von schwarzen Johannisbeeren
etwas geriebene Tonkabohne oder Vanillestange

Zum Bestreichen des Bodens:

Variante 1:
etwas Fliederkonfitüre
und
100g schwarze Johannisbeeren
400ml Fliederblüten
250ml Wasser
1 Päckchen Tortenguss

(Variante 2
Gelee von schwarzen Johannisbeeren)

Für den Boden eine Springform 26-28cm Durchmesser einfetten und unten mit Backpapier abdecken.⠀

Den Backofen auf 180°C Ober und Unterhitze (oder 160°C Umluft) vorheizen.⠀

Weiche Butter mit Zucker schaumig rühren. Jedes Ei einzeln zufügen und etwa 1 Minute auf höchster Stufe mit der Küchenmaschine einarbeiten. Je nach Größe nehme ich 5-6 Eier. 3 EL Joghurt hinzufügen.⠀

Das Mehl mit Backpulver und Gewürzen mischen und unterheben oder kurz mit der Maschine unterrühren.⠀

Den Teig in die Form füllen, glattstreichen und etwa 35 Minuten fertig backen. Wenn Du unsicher bist, kannst du mit einem Holzstäbchen die Garprobe machen. Dafür stichst du etwa in die Mitte des Kuchenbodens. Wenn kein Teig mehr kleben bleibt, ist er fertig.⠀

Etwas abkühlen lassen. Den Rand der Springform vorsichtig lösen. Eventuell erst mit einem Messer nachhelfen.⠀
Den Kuchen auf ein Gitter stürzen. Wenn das Backpapier sich nicht lösen lässt, kannst du es mit etwas kaltem Wasser einstreichen, danach lässt es sich leichter abziehen.⠀

Für die Creme 225g Frischkäse 125g Puderzucker 1EL Sirup, 1EL Beerensaft und etwas geriebene Tonkabohne mit dem Rührmix aufschlagen (nicht zu lange sonst verliert die an Festigkeit).⠀

Für die andere Hälfte Frischkäse Puderzucker EL Sirup aufschlagen und zum Schluss 250ml abgezupfte Fliederblüten unterheben (es darf nichts Grünes mehr dran sein). Beides kaltstellen.⠀

Den Boden etwa 1 cm unter dem Rand rundherum einschneiden und im zweiten Schritt in zwei Böden teilen. Den einen mit Fliederkonfitüre bestreichen.⠀

Für den zweiten (später unteren) Boden 100g Johannisbeeren in 250 ml Wasser aufkochen. Die 400ml Fliederblüten in eine Schale aus nicht reagierendem Material füllen z.B. Glas und mit dem heißen Saft übergießen mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb zurück in den Topf geben und gut ausdrücken. 3 EL Zucker und 1 Pck. Tortenguss hinzufügen und erneut aufkochen. Den Guss auf den unteren Boden streichen. Sobald er abgekühlt ist, die Creme mit den Fliederblüten darauf verteilen.⠀

Den zweiten Boden darüber legen und alles von außen mit der zweiten Creme bestreichen. Nach Herzenslust mit Blüten und Beeren dekorieren.⠀

Die zweite Variante ist nicht so arbeitsintensiv. Einfach beide Böden mit dem Gelee bestreichen und die Creme darüber verteilen. Auch diese Torte ist eine ausgefallene Köstlichkeit. Mit der Frischkäse-Fliedercremefüllung gelingt dir eine naturverwunschene Sensation.⠀

Das Rezept als PDF zum Herunterladen, Ausdrucken und Nachkochen



Gundermann, Rezept für Frühlingssuppe

Freitag, 2020-04-17 21:48, Eintrag von Diana
Kategorien: Kräuterküche


Ein viel zu kurzes Pflanzenporträt mit Blick auf die Geschichte des Krauts in der Volksmedizin.
Gundermann, (althochdeutsch Gunderebe) auch Donnerrebe und Guck durch den Zaun genannt, ist, laut Richard Willfort (Gesundheit durch Heilkräuter 1959), Bestandteil einer blutreinigenden Frühlingssuppe, die Alexander von Humboldt jeden Frühling zwei bis drei Wochen täglich gegessen hat:
Zwei Handvoll von einer frisch gepflückten Kräutermischung aus Gundermann, Schafgarbenblättern, Gänseblümchen, Brunnenkresse, Kerbelblättern, Brennnessel, und Spitzwegerichblättern werden unter fließendem Wasser abgespült, mit kaltem Wasser angesetzt und kurz zum Aufkochen gebracht. Die Suppe wird mit etwas Butter und leicht gebräuntem Mehl angerichtet. Dazu werden geröstete Schwarzbrotschnittchen mit Schnittlauch gereicht.

Ein ähnliches Rezept (allerdings als Salat) findet sich in dem Heilpflanzenbuch des Apothekers M. Pahlow (Das große Buch der Heilpflanzen 2000), der zusätzlich Birkenblätter empfiehlt. Dazu schreibt er: »Solche Salate sind in letzter Zeit immer beliebter geworden und werden mitunter sogar vom Arzt empfohlen, weil sie durch leichte Reizwirkung die Aktivität fast aller Körperorgane steigern, was das Wohlbefinden fördert.«

Die Pflanzenstoffe des Gundermann` sind für verschiedene Säugetiere giftig, beispielsweise für Pferde. Gleichzeitig haben sie nachgewiesene antibakterielle, entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften. Sesquiterpene, die in der Pflanze gefunden wurden, sollen auf einige Tumorzellen toxisch wirken (vgl. Wikipedia).
Trotzdem viele seiner Inhaltsstoffe, die aus anderen Heilkräutern gewonnen werden, auch in der Schulmedizin genutzt werden, ist der Gundermann dort ein Unbekannter.

In den Kräuterbüchern des Mittelalters (beispielsweise Hildegard von Bingen) wird er bereits gegen Husten und vieles mehr gerühmt. Donnerrebe soll laut Max Höfler 19. Jh. bereits von den alten Germanen verwendet worden sein. Das Vorkommen in antiken Quellen ist umstritten. Paulus von Aigina (Medicina pragmateia 7. Buch 7. Jh.) nennt ihn vielleicht als Erster (In der Ausgabe des Tabernaemontanus von 1731, die auf dem Foto zu sehen ist, wird er angeführt).

Während die Art im Garten meist als Unkraut behandelt wird, fällt eine Sorte mit panaschierten Blättern Glechoma hederacea ›Variegata‹ im Pflanzenhandel auf, die für Kübel, Hängeampeln und als Bodendecker angepriesen wird.

Der wissenschaftliche Name sei eine schlechte Ableitung vom griechischen ›glechon‹, dem Namen für Poleiminze, sagt der Madaus. Gundermann und Minze sind nicht nur verwandt (Lippenblütler), der kleine Tausendsassa enthält auch noch Menthol. Ich finde ihn köstlich in Schokolade.
Um das 16. Jh. wurde er vom Hopfen bei der Bierherstellung verdrängt.

Es gibt beim Menschen keine bekannten Nebenwirkungen, jedoch wurde Glechomin, ein Pflanzenbitterstoff des Gundermann` noch nicht wissenschaftlich untersucht.



Von der Großen Mutter, Maria und duftendem Gras

Samstag, 2019-12-07 09:42, Eintrag von Diana
Kategorien: Kräuterküche


In den alten Hochkulturen gab es sie und sie lebt bis heute fort. Auch für Candhun, meine Fantasy-Buchreihe, habe ich diesen Begriff verwendet – aus vollem Herzen. Sie hat viele Namen. Bei den Germanen hieß sie Frigg und war die Gattin von Odin (auch Freya ist damit verbunden, aber in der nordischen Dichtung davon zu unterscheiden. Sie gehört zu den Asen, während Frigg den Wanen, einem anderen Götterstamm zugeordnet wird). Bis ins 5. Jahrhundert durfte sie den Namen behalten, schließlich führten die römischen Einflüsse dazu, dass sie sich mehr und mehr mit Diana, der römischen Muttergöttin mischte. Lange zeit lebte sie dann als Frau Holle weiter, obwohl das Christentum bereits den alten Glauben abgelöst hatte. Bei den Christen selbst wird Maria als die Große Mutter verehrt. In diesem Zusammenhang habe ich die Schlussszene aus Marion Zimmer Bradleys ›die Nebel von Avalon‹ deutlich vor Augen. Avalon ist eben doch nicht an einem Tag untergegangen und ab und zu lichten sich selbst die Nebel der Zeit.

Wer mir bereits eine Weile folgt, weiß, ich habe neben dem Schreiben und der Mythologie noch eine andere Leidenschaft: die heimische Pflanzenwelt. Ich beschäftige mich seit meiner Kindheit mit Klostermedizin bzw Phytotherapie und Mythen über Pflanzen. Da ich in diesem Bereich studiert habe (Bio/Pharmazie) mehr aus der wissenschaftlichen Sicht. Jedoch ist es nicht einmal im Studium gelungen, die grüne Welt ihres Zaubers zu berauben.

Was hat das nun mit der Großen Mutter zu tun?

Heute will ich Dir etwas über das Ruchgras erzählen, das Du vermutlich noch nicht wusstest, und das ich unfassbar spannend finde :)

Mythologisches:
Eine besondere Gattung der Grasfamilie wird auch Mariengras (Hierochloe odorata) genannt. Es wurde wie viele andere duftende Kräuter der Großen Mutter geweiht, die später zu Maria wurde. So trägt es heute den Namen Mariengras oder auch Liebfrauenstroh und viele weitere mehr, die sich auf diese Herkunft beziehen. Das Gras wird noch heute Kräutermischungen beigefügt, die der Venus (wieder eine Große Mutter) geweiht sind und zum Räuchern verwendet.

Pflanzenstoff:
Es enthält Coumarin-Glykoside und riecht daher stark nach Waldmeister. In der Kosmetikindustrie werden diese seit Langem als Duftstoffe verwendet.
Getrocknet hält sich der Duft z.B. in Blumenarrangements. Wird es jedoch feucht, zersetzen sich diese Verbindungen und können als Rattengift genutzt werden. Die aromatischen getrockneten Blätter eignen sich als Tee.

Medizin:
Wenn Du zu den Menschen gehörst, die unter Heuschnupfen leiden, wirst Du Anthoxanthum odoratum (eine einheimische nahe Verwandte) nicht besonders mögen. Es blüht früh im Jahr, bereits im April. Allerdings wird in der Medizin daraus eine wohltuende Nasenlotion und verschiedene Mittel bereitet, die gegen Heuschnupfen helfen sollen. In der Medizin werden Dicoumarole als Gerinnungshemmer eingesetzt. Sie entstehen durch Fermentation aus Coumarin.


Beim nächsten Mal erzähle ich Dir mehr über Frau Holle und die Perchta, die ebenfalls ein und dieselbe sind und im Winter eine besondere Rolle in unserer Sagenwelt und den Raunächten spielt.


Kein Senf, kein Weizen, keine Lilie - ein Blütenrezept der Alternativen

Montag, 2018-06-18 15:00, Eintrag von Diana
Kategorien: Kräuterküche



Ohne langes Geschwafel möchte ich euch hier ein weiteres leckeres Rezept mit Taglilien vorstellen. Es kann nach Herzenslust variiert werden, da sich die großen prachtvollen Blüten selbst wunderbar als Salat anbieten.
Als ich es für euch getestet habe, gab es dazu Rouladen mit Knoblauchsraukenpesto statt Senf (Danke Lydia!) und Buchweizen als Beilage. Da der Buchweizen zu den Knöterichgewächsen zählt und eben kein Weizen ist, gibt es hier keine Gluten. Auch für eine vegetarische oder gar vegane Variante bietet er sich als geschmackvolle Alternative zu Reis oder Kartoffeln an.

Tagliliensalat nach Miche Bacher:

4 Handvoll Rucola (etwa 125g)
1 Avocado geschält, entsteint und in Scheiben geschnitten
Blütenblätter von 6 Taglilien (250ml)
etwas geriebener Hartkäse, gut passt z.B. alter Gouda
3 EL natives Olivenöl extra
2TL frischer Zitronensaft
¼ TL Meersalzflocken
frisch gemahlener Pfeffer nach Geschmack

Taglilien gehören nicht (mehr), wie der Name schon sagt, zu der Familie der Liliengewächse, sondern zu den Grasbaumgewächsen und sind damit Spargelartige. Der Spargel hat nämlich seit ein paar Jahren seine eigene Ordnung bekommen. Das ist dem Anspruch der Biologen geschuldet, die alte Systematik jetzt genetisch aufzuarbeiten.
Hemerocallis fulva, die Gelbrote Taglilie ist zur Zeit meine favorisierte essbare Blüte, weil sie selbst sehr viel Substanz bietet und eine umwerfende Figur auf dem Teller abgibt, findet ihr nicht?