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Gewählte Kategorie: Candhun

Pars' Wille - Geisterkrieger und Elfenmagier

Samstag, 2020-09-26 22:31, Eintrag von Diana
Kategorien: Candhun


Eine zaubernde Elfe und ein mächtiges Totenheer - beides gibt's am Ende der ersten Staffel Kurzromane aus Candhun. Trotz der weltlichen Probleme meiner Protagonisten ist genug Platz für einen High-Fantasy-Showdown. Hier bekommst Du eine Leseprobe:

»Sám ist unter ihnen, ich bin mir sicher!«, rief Jesmia schockiert und bahnte sich energisch einen Weg durch die Menschentraube, die sich am Rande des Heilerlagers gebildet hatte. Ella stand einige Schritt von ihr entfernt und Rücken und Köpfe schlossen sich gleich wieder zu einer einheitlichen Front, die ihr die Sicht versperrte. Eine eisige Windböe ergriff heulend ihren Rock.
»Ella, Schätzchen!«, zischte es wie Splitter durch die Luft. Direkt vor ihren Füßen bohrte sich eine Glefe in den Boden, sie blieb federnd stecken. Ella erstarrte in der Bewegung. Verstört blickte sie auf den blonden Mann mit dem überaus ordentlichen Scheitel. Noch beim selben Lidschlag hatte der Inquisitor sie im Nacken gepackt. Seine andere Hand zog die Stangenwaffe aus der Erde. Ein triumphierendes Lachen legte sich wie ein Lasso um ihren Verstand, es zwängte alle anderen Geräusche in den Hintergrund. Sie gab einen dumpfen Laut von sich, zeitgleich zuckte ein heißer Stich durch ihren Knöchel. Instinktiv versuchte sie, Rodrik abzuwehren, doch ihre Hände fanden keinen Widerstand, sie tastete ins Nichts. Mit einem bestialischen Stoß und einer weiteren Windböe landete Ella vor einem der großen Steine inmitten des Lagers. Ein spitzer Schmerz fraß sich durch ihr Rückenmark, er zwang ihr einen gellenden Schrei ab. Begleitet von dem blechernen Lachen beugte sich Rodrik zu ihr herunter, sein Fäulnisgestank kroch ihr in die Nase.
»Überaus bezaubernd, dass wir uns endlich wiedersehen«, merkte er näselnd an. Dann packte er sie am Hals. Ohne jede Anstrengung zog Rodrik sie auf die Beine. Dabei presste er brutal sein Knie zwischen Ellas Schenkel und sie mit dem Rücken gegen den Stein.
»Wie ich sehe, hast du endlich Respekt vor mir gelernt«, fuhr er mit dem Gesicht dicht vor ihren Augen fort. Der Druck auf ihrer Kehle intensivierte sich. Ihr Blut schoss in den Kopf, es hämmerte durch die Adern. Rodriks blassblaue Augen fixierten sie verzückt. Er beobachtete schadenfroh, wie Panik von Ella Besitz ergriff. Sie suchte hektisch mit den Augen nach Hilfe, doch sein Raubtiergrinsen nahm ihr die Sicht. Die Lungen krampfte flehend nach Luft und der Schmerz zwischen ihren Beinen loderte bis in die Eingeweide. Der Inquisitor trat einen Schritt zurück, sodass Ella vor ihm auf die Knie fiel. Ihre zitternden Hände gruben sich haltsuchend in den Matsch. Hastig rang sie nach Atem. Rodrik verpasste ihr mit seinem hübsch gespornten Reitstiefel einen kräftigen Tritt in die Seite. Der Stoß wirbelte sie herum. Ausgeliefert starrte sie zu ihm auf. Diesmal war niemand zu Stelle, der ihr helfen konnte. Blaue Blitze formierten sich um seine schlanke Gestalt. Sie zuckten auf Ella zu, überdeckten ihre dumpfen Schmerzen mit andauernden kleinen Explosionen, die durch ihre Blutbahn rannen und sie an den Boden fesselten. Der fortschreitende Tag hatte den Sonnenstand bis in den Zenit getrieben. Ella konnte nichts als eine dunkle Gestalt über sich erkennen, die in den gleißend grauen Himmel emporragte. Plötzlich blendete sie zusätzlich die Reflexion an seiner Klingenspitze, die langsam auf sie zu schwebte. Die Seherin bewegte die Lippen, brachte jedoch keinen Laut hervor. Nicht einmal als die scharfe Schneide sich kurz über dem Halsausschnitt ihres Kleides in die Haut bohrte.
»Es ist mir, wie immer, ein Genuss, unser kleines Spiel«, säuselte er. Seine Stimme schnitt, wie das brennende Gefühl auf ihrer Haut, das sich gemächlich bis zum Bauchnabel senkte, während er Kleid und Haut aufritzte. Mit einer eleganten einhändigen Waffenführung schlug er eine Seite des Stoffes über ihrer Brust zurück und betrachtete sie gefräßig. Dabei sog er geräuschvoll die Luft ein und simulierte ein lustvolles Zittern. Für einen Lidschlag gewann Ellas Ekel über ihre Furcht. Sie rollte sich herum und beförderte sich mit einem verzweifelten Ruck auf die Füße.


Happy End? Was es wird kannst Du ab dem 1.10.2020 im fünften und letzten Teil der Kurzroman-Reihe für Kindle (und Kindle Unlimited) erfahren.

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Angst als Antagonist im Roman

Mittwoch, 2020-09-09 10:52, Eintrag von Diana
Kategorien: Candhun


In Gruselgeschichten ist häufig Angst ein Werkzeug, um Spannung zu kreieren. In Candhun dagegen ist Angst sogar der heimliche Antagonist.
Heimlich deshalb, weil es einen wütenden Inquisitor gibt, der sich in einen Rachegeist verwandelt und meine Protagonisten jagt.
Doch etwas ist seltsam an den erschreckenden Ereignissen! Rodrik wird mit jedem Erscheinen stärker und er verletzt meine Protagonistin auf der physischen Ebene. Wie soll sie da keine Angst entwickeln?
Das einzige Mittel dagegen ist das Vertrauen in ihre Freunde und die eigene Kraft.
In Candhun heißt es nicht Gut gegen Böse – sondern Vertrauen gegen Angst.
Natürlich ist Ella nicht die einzige, die gegen ihre Ängste kämpfen muss. Angst isoliert – Vertrauen verbindet. Es bedarf die Hilfe Vieler, das Geheimnis zu ergründen und eine Katastrophe abzuwenden.
Was mit Ella geschieht, ist nur der Spiegel des Schicksales ihrer Heimatinsel. Candhun zerfließt unbemerkt im Strudel der Anderswelt. Doch die Machthaber im südlichen Duria verfolgen ihre eigenen Ziele. Blind für das Geschehen stürzen sie das Land in einen Krieg mit fatalen Folgen.

Schon im Oktober startet die zweite Reihe Kurzromane. In Fels der Wünsche nimmt Ellas Reise noch einmal drastisch Fahrt auf.
Aber ich greife ja vor, denn am 17.9. und am 1.10. sind die Erscheinungstage für die letzten beide Teile aus Reihe 1.

Das zweite Buch aus Candhun: Fels der Wünsche schließt sich nahtlos an Schleier der Anderswelt an.
Nicht minder lyrisch und mit dem altbekannten Funken Humor treibe ich in dem aufwühlenden Folgeroman das Abenteuer auf den Gipfel einer hohen Klippe in dem mystischen Land der Wüstenwandernden.
Ich lade dich herzlich ein, Ella und ihren Freunden dorthin zu folgen und mit ihr einen weiteren Blick hinter das dünner werdende Tuch Vhochâls zu werfen.
Erschreckende Bilder aus Llews Vergangenheit und eine unfassbare Entscheidung bestimmen über die Liebe der Seherin zu ihrem menschlichen Fokus. Doch es steht mehr auf dem Spiel als die Gefühle einer Einzelnen. Die Freunde entschlüsseln einen Teil des Rätsels, das sich hinter den Ereignissen verbirgt und treffen am Fels der Wünsche auf einen uralten Feind.

Wenn du dich schon auf das nächste Abenteuer mit Ella freust, kannst du jetzt im Anschluss eine bisher unveröffentlichte Leseprobe aus Reihe 2 genießen:


»Arme höher!« Befahl Runa ihr. »Du bietest dich an, wie eine riesige Zielscheibe!«
Das Scheppern der gekreuzten Klingen, setzte sich schmerzhaft bis in Ellas Schultern fort.
»Du schlägst viel zu fest«, beschwerte sie sich zum wiederholten Mal, obgleich sie gelernt hatte, dass diese Ansage ihr nicht helfen würde. Ihrem Gefühl nach, war die Erkenntnis darüber das Einzige, was sich durch die morgendlichen Manöver gefestigt hatte. Die lange Doppelklinge sauste erneut auf sie zu. Erst links, dann rechts. Ihre Muskeln gaben den Versuch auf, genug Gegendruck leisten zu wollen. Ella krachte rückwärts und keuchend in den Strohhaufen am Ende der Scheune. Runa senkte eine Seite ihrer Waffe auf Ellas treuloses Schwert, gleichzeitig hob sie eine Braue, um Ella auf apodiktische Weise zu bedeuten, sich ihr erneut zu stellen.
»Lass gut sein, Runa«, erklang Énris Stimme im Scheunentor, »du überforderst sie. Oder willst du, dass deine Tochter wieder drei Tage heimlich vor dem Ofen übernachtet, weil sie die Stufen nicht mehr hochgehen kann?«
Ellas Dankbarkeit über den Versuch ihres Vaters überstrahlte die aufgedeckte Schmach um ein Vielfaches. Aus Angst, vorschnell einen Rest Leistungsfähigkeit zu signalisieren, den ihre Mutter ihr sofort austreiben würde, blieb sie liegen.
»Sie muss sich verteidigen können«, gab Runa barsch zurück, »und da sie nicht ehrgeizig genug üben wird, wenn ich fort bin, muss ich Vorarbeit leisten.«
Ella rappelte sich auf. »Doch ich verspreche es dir, Mâ«, murmelte sie ergeben, in der Hoffnung dem Frühstück damit einen Schritt näher zu kommen, »warum musst du unbedingt über das Winterfeuerfest weg sein?«
Diese Frage lenkte die gnadenlose Lehrmeisterin scheinbar ab.
»Ich unterstütze Llews Vater und Ayrîns Mann, das weißt du doch. Und wie wichtig es ist, dürfte dir auch bekannt sein. Cáelán-Ait ist alles andere als außer Gefahr.«
Zu spät bemerkte Ella ihre Gutgläubigkeit. Sie wollte das Schwert aufsammeln, zeitgleich rauschte Runas Attacke auf sie zu. Zumindest Ellas Instinkt die Waffe verteidigend zwischen sie zu bringen, war durch die Übungen erwacht. Gleich darauf wirbelte sie wieder zu Boden. Ella umklammerte ihr pochendes Handgelenk.
»Runa! Muskeln wachsen nun einmal nicht über Nacht.« Mahnend schritt Énri auf seine Frau zu und senkte ihren Schwertarm.

Kurz darauf befanden sie sich endlich auf dem Weg zum Frühstückstisch, wobei Ella sich ständig die zwickende Naht ihn ihrem Schritt zurechtrückte. Sie konnte sich nicht daran gewöhnen, Hosen zu tragen.
Etwas später hatte sie sich des lästigen Übels um ihre Beine entledigt, um ihren neuen Rock nebst Jacke anzuziehen. Ihr Vater rief sie ins Arbeitszimmer. Er kam mit einem Packen in Leder gebundener Bücher, die durch eine Schnur zusammengehalten wurden, auf sie zu.
»Das sind Tagebücher deiner Tante, die sie über ihre Visionen verfasst hat«, eröffnete er ihr, wurde jedoch durch ihr grünmeliertes Kunstwerk abgelenkt.
»Die Kleider sind wirklich hübsch geworden«, bemerkte er anerkennend, »hat Ragin dich bei einem Schneider in die Lehre geschickt?« Er klemmte sich den Bücherstapel unter einen Arm, um mit der anderen Hand den Stoff ihrer Jacke zu befühlen.
»Nein, das durfte ich alles in dem Konvent lernen. Zum Glück betreiben die Menschen hier nicht so einen Aufwand mit ihrer Kleidung, wie in Duria. Rüschen annähen habe ich gehasst und ich finde sie hässlich.« Durch diese Worte glaubte Ella das Höflichkeitsthema beendet. Sie blickte neugierig auf die gravierten Ledereinbände.
»Du warst in einem ehemaligen Tempel der Sháne?« Ella wusste inzwischen, dass es in früheren Zeiten einen Druiden-Orden mit diesem Namen gegeben hatte. Ein Dokument, das ihr verbotenerweise in die Hände gelangt war, hatte darauf verwiesen. Jetzt bekam es einen Sinn für Ella. Es wurden Anwesen auf den Plätzen errichtet, die den Göttern geweiht gewesen waren, bevor die alte Religion verboten worden war. Sie trugen noch immer den ursprünglichen Namen. »Der Konvent, in den Ragin mich abgeschoben hat, war eine Schule für Töchter von wohlhabenden Bürgern und Großbauern. Das Wort hat mit seiner Herkunft nicht mehr das geringste gemein. Spinnen, nähen, kochen, Benimmregeln all das durfte ich dort lernen.« Ihr Vater nickte. »Ich hörte davon. Dann kannst du froh sein, dass du nicht früher verheiratet werden solltest.« Énri betrachtete sie. Die Erinnerungen an Duria weckten unliebsame Gefühle in ihr. Ihr Vater drehte sich um, legte die Bücher auf dem Schreibtisch ab und zog einen zweiten Stuhl heran. Sie setzten sich.
Von den Fensterscheiben zur Holzplatte verliefen changierende goldene Bänder, die feine Staubkörner langsam schwebend zu sich herauf lockten. Das romantische Bild verklärte Ellas Erinnerungen, zu unwirklich erscheinenden Traumgespinsten.
»Du solltest wissen, dass sich deine Tante das Leben genommen hat.« Énris Worte schreckten Ella auf. Sie blickte in das freundliche Braun seiner Augen, die sie im Gegenzug zu der klaren Aussage sorgenvoll musterten.
»Du denkst, dass ich etwas mit den Tagebüchern anfangen kann? Hast du sie gelesen?«, fragte Ella ihren Vater.
»Ja, ich habe versucht, sie zu studieren.« Er warf einen kurzen Blick auf das Bündel und schob es auf ihre Seite der Schreibtischplatte. »Doch es war mir nicht möglich, etwas Sinnvolles daraus abzuleiten. Ich bin mir auch nicht sicher, ob du es kannst. Runa meint, es wäre den Versuch wert.«
»Ich bin, ehrlich gesagt, sehr neugierig darauf.« Ellas Ausführung, zu der sie eben ansetzte, wurde durch lautes Wiehern unterbrochen. Beide erhoben sich für eine bessere Sicht in den Hof.
»Diurán«, entfuhr es ihr. Sie sah einen flammenden Rotschopf unter dem Rand der Kapuze des Reiters hervorzüngeln.
In der Diele angekommen, traf Ella auf sein feurig frivoles Grinsen. Sie strahlte zurück. Eine kräftige Umarmung, die sie auf die morgendlichen Torturen stieß, zwang erstickte Laute aus ihr heraus.
»Ist diese Begrüßung zu heftig für eine feine Durierin?«, fragte er. Die Mundwinkel begannen sich bis zu den Ohren auszudehnen.
»Muskelschmerzen«, murrte Ella, »Runa will, dass ich kämpfen lerne. Und ich bin ganz sicher keine feine Durierin«, setzte sie mit scharfen Unterton nach. Selbst Diuráns Gesichtszüge blieben einer gewissen Norm unterworfen. Er lockerte sie in dem Moment mit einem geräuschvollen Lachen auf.
»Entschuldige«, erwiderte er, »das hast du mehrfach bewiesen. Ich kann mir nur kein Bild davon machen, was du in diesem Konvent getrieben haben magst, den Llew erwähnte.«
»Hast du von ihm gehört?«, wollte sie hastig wissen. Die Nennung seines Namens förderte ihre sorgfältig verdeckte Sehnsucht zutage.
»Das habe ich in der Tat.«
In Ella brach Chaos aus. Diurán schenkte ihren geweiteten Pupillen ein ungeniertes Zwinkern. Er wendete sich der Begrüßung ihrer Eltern zu. Die Seherin, zu aufgeregt zum Sitzen, überfüllte den Wohnzimmertisch mit einer übertriebenen Vielfalt an Leckerbissen. Sie wollte ihren Besucher in Erzähllaune versetzen und sich eine Ablenkung verschaffen. Zu ihrem Ärger bewirkte das Angebot eine längere Redepause bei ihrem Gast, der seinen Mund mit Kauen in Bewegung hielt. Die kurzen Unterbrechungen nutze ihre Mutter, um sich über die Lage der Flüchtlinge aus dem Grenzgebiet zu informieren.
»Sie haben inzwischen viele Großbauern auf der anderen Flussseite verpflichtet, Soldaten aufzunehmen und im Winter zu versorgen, damit sie ihre Truppen nicht zurückziehen müssen«, erklärte Diurán ihr, »hinzu kommen die Plünderungen auf unserer Seite. Das Delta ist schlimm verwüstet. Die verlassen Höfe niedergebrannt.« Seine erboste Miene erweckte in Ella den Eindruck, dass er sich auf dieser Seite der Krenn die alleinige Kontrolle über das heiße Element wünschte. Die Ausführungen beunruhigten sie.
»Vanadis sagte, die Grenze wäre nach der gewonnen Schlacht einige Zeit sicher«, erwähnte sie vorsichtig.
»Damit hat der alte Adler auch recht. Sie wollen uns schwächen. Es gibt keine Hinweise auf größere Truppenbewegungen. Wenn es diesen Winter in Cáelán-Ait eine Hungersnot gibt, weil viele Bauern ins Landesinnere fliehen, haben sie im Frühjahr leichteres Spiel.« Diurán unterbrach sich für einen weiteren Bissen. »In den großen Städten Durias am Meer leben mehr als genug wehrfähige Menschen. Wenn sie die mobilisieren, dann stehen sie nach dem letzten Frost ganz schnell hier oben im Norden vor eurer Haustür.«
Ella starrte ihn entgeistert an. Sie hielt es auf dem Stuhl, auf dem sie sich kurz zuvor widerstrebend niedergelassen hatte, nicht mehr aus. Hilfsbereit erhob sie sich, um Brot aufzuschneiden.
»Das ist lecker. Ich hätte gerne das Rezept, dann weiß ich endlich etwas Sinnvolles für die ganzen Kürbiskerne aus Ayrîns Gemüsegarten.«
Mit einer Hand schob Ella eine Tonschale näher an seinen Platz. »Die Schafskäsecreme ist auch mit Kürbiskernen,« klärte sie ihn auf. Gleichzeitig fragte sie sich, wie er bei diesem Thema ans Essen denken konnte. In ihrem eigenen Magen baute sich seit Gesprächsbeginn ein stetig steigendes flaues Gefühl auf. Vor der Schlacht war sie davon ausgegangen, langsam eine Ahnung zu bekommen, was der Kriegsschrecken mit ihrem Heimatland anstellte. In den letzten Winterwochen nach ihren aufwühlenden Erlebnissen war sie etwas zur Ruhe gekommen. Sie hatte kaum mehr einen Gedanken daran verschwendet, wie es weiter gehen würde. Die Grenze war verteidigt worden. Natürlich nicht für immer. Dass es nicht einmal über die kalte Jahreszeit eine Entspannung der Lage geben sollte, führte ihr drastisch vor, wie naiv ihre Vorstellung davon geblieben war.
»Connair muss mit seinen Leuten ans Delta«, fuhr Diurán fort, nachdem er eine Ecke Kürbiskernbrot in die Kürbiskernschafskäsecreme getunkt hatte, »Cûgûrins Elfen unterstützen uns an den Bergpässen. Wir sollten in der Lage sein, sie sofort zurückdrängen. Die Vorbereitungen des Untergrunds sind gut. Es wird auf unserer Seite nicht so schnell zu einem Versorgungsengpass kommen, wie sie denken.« Er nahm einen Happen und nickte Ella schmatzend zu. Vermutlich um damit ihren kulinarischen Vorschlag zu würdigen. Sie lehnte abwesend an der Fensterkante. Diurán, ihre Mutter, ebenso Llews Vater würden sich gemeinsam mit ihren Milizen wieder in Todesgefahr begeben. Auf ein Mal wich das grelle Licht der tief stehenden Wintersonne, das neben ihr durch die Glasscheibe fiel, einem fahlen Grau. Ella spürte einen ätzenden Druck in der Speiseröhre aufsteigen. Hastig entschuldigte sie sich. Die Panik zurückdrängend lief sie vor die Tür. Vhochâls Schleier hob sich – und Llew war nicht da, um sie zurückzuholen, falls sie in die Anderswelt hinüber glitt. Dieser Umstand verstärkte ihre Furcht. Verschreckt beobachtete Ella, wie sich der Grauschleier um sie herum ausbreitete. Das konturlose Halbdunkel griff nach ihr. Von einem breiten Pfahl der angrenzenden Schafskoppel nahm sie eilig eine Handvoll Schnee auf und kühlte sich damit das Gesicht. Die körperliche Reaktion auf die Kälte brachte ihr Klarheit. Sie atmete tief durch. Etwas gestärkt murmelte sie die Worte, die sie im Wald zusammen mit Jesmia erdacht hatte, um ihren Blick bewusst auf eine der beiden Welten zu lenken. Langsam beruhigte sie sich. Mit der schwindenden Angst wuchs die Kraft der Sonnenstrahlen beständig an. Dieses Mal war es ihr gelungen, sich der Anderswelt alleine wieder zu entziehen. Es wird wieder schlimmer, dachte Ella. Sie war besorgt über ihren Zustand, doch vor ihren Eltern wollte sie sich nicht eingestehen, dass Vhochâls Flüstern lauter wurde, je mehr Zeit verging oder je länger sie Llew getrennt war? Die Idee, ihre Mutter für eine Vision zu begleiten, die ihren Freunden bei ihrem Einsatz im Süden hilfreich sein könnte, verwarf sie angstvoll.

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Ungewollt schwanger – eine Idee wird Buch

Montag, 2020-07-27 14:07, Eintrag von Diana
Kategorien: Candhun


In meiner Schulzeit in den 90er Jahren habe ich es entdeckt, das Rollenspiel in all seinen verschiedenen Erscheinungen. Vom ersten Mal Pen&Paper bis zum Liverollenspiel war es nicht weit für mich. Ich habe Darstellung und Phantastik schon immer gemocht.
2008, ich war aus Berlin zurück ins Ruhrgebiet gezogen, lud meine Freundin Jule Albrecht mich ein, ein Land zu gestalten, um einen Hintergrund für unsere neuen Charaktere zu schaffen.

Nach 18 getippten DIN-A4-Seiten stand für mich fest, dies würde nicht einfach der Hintergrund für eine Figur werden. Schon damals schlug die Begeisterung für die Geschichte und das Land Wellen. Aus zwei geplanten Landesteilen wurde schnell die Insel mit ihren verschiedenen Landschaften. Die einzelnen Charakterhintergründe verschmolzen zu einer vielgestaltigen Welt.

Zusammen mit Jule Albrecht und Lilli Seboldt entstand eine Spielleitung, und verschiedene Plotideen fanden ihren Weg zu den Spielern. Die Wiege Cândhûns ist die Idee einer LARP-Welt als Hintergrundgeschichte der selbst gespielten Charaktere. Erdacht auf unzähligen Treffen zum Wandern im Wald und gemeinsamen Cocktailabenden, die immer wieder eins brachten: niemals endende Inspiration.
Immer wieder habe ich in diesem Prozess gehört »Mach einen Roman daraus und veröffentliche ihn«. Vorstellen konnte ich mir das nie, auch wenn das ein nicht ganz so geheimer Traum von mir blieb.

Es schlummern noch mehrere unveröffentlichte Geschichten der Autorinnen in den Tiefen ihrer Archive. Mein Manuskript war nicht die einzige Romanidee, die damals geboren wurde.

2017 entschied ich, meiner Schreibleidenschaft mehr Raum zu geben, und plötzlich befand ich mich als Heldin in meinem eigenen Abenteuer: Autorin eines Fantasy-Romans.
Für meine Buchreihe Cândhûn habe ich verschiedene Plotstränge angepasst. Zusammen mit meiner Lektorin, Lilli Seboldt, die seit Anbeginn der Zeit auf Kandun dabei war, entstand aus dem ursprünglichen Manuskript der erste Roman,Cândhûn: Schleier der Anderswelt.

Das Manuskript habe ich parallel zum Weltenbau mit Jule geschrieben. Mehrere Ereignisse haben sich daher gegenseitig beeinflusst. Zurzeit gibt es noch einige Charaktere, die im Liverollenspiel aktiv sind und aus ihrer Feder stammen. Ihre Ideen fließen nach wie vor in die LARP-Welt und formen diese Geschichten. Nicht alle Plots laufen dort so, wie in meinen Romanen.

Das schöne Bild ist von Lilli.

Ein schöner (kleiner) Blogeintrag

Samstag, 2018-12-08 15:07, Eintrag von Diana
Kategorien: Candhun


Kinder, meine Nerven! Die lange Wartezeit vor dem finalen Upload meines Manuskriptes hatte mich bereits auf eine Geduldprobe gestellt und dann habe ich mich im letzten Moment gegen den geplanten Ablauf entschieden und noch einmal auf ›löschen‹ geklickt. Wahnsinn. Jetzt habe ich mich aus dem Bauch heraus für einen anderen Anbieter entschieden. Mein Kleiner macht einen Schub – genau wie mein Erstlingswerk und beides zusammen ergibt eine Kombination der Superlative.
Ich müsste noch viel mehr liebe (und beinharte) RezensentInnen anschreiben. Auf Facebook schaffe ich nur ein paar Kurzantworten, obwohl ich dort inzwischen ganz, ganz tolle Unterstützung gefunden habe. Außerdem wartet die Entstehungsgeschichte von Cândhûn darauf, in Worte gefasst zu werden. Oder sind meine Ansprüche zu hoch? Ich kann mich nicht aufteilen, das merke ich immer wieder. Zeit ist eben ein begrenzendes Moment im menschlichen Dasein.
Es ist doch auch unfassbar viel passiert. Das Symbol ist auf dem Cover und es sieht fantastisch aus, wie ich finde. Einige Zusagen für Rezensionen habe ich bekommen. Ich konnte meinen (zweiten) Wunschtermin für die offizielle Veröffentlichung beibehalten. Und was mich ganz besonders glücklich macht: Das Interesse an meinem Roman wächst von Tag zu Tag. Ehrlicherweise muss ich dazu schreiben, macht mich das auch nervös. Wird er dir gefallen?
Die Tage werden dunkler, kein Wunder, dass ich das Gefühl habe, die Zeit vergehe schneller und ich hätte weniger davon. Ist es bei dir ebenso? Die letzten Tage vor Weihnachten werden geradezu vorbeirasen, so kenne ich es aus den Vorjahren. Also: Eine Pause einlegen und durchatmen wäre nicht schlecht. So werde ich es machen und dir empfehle ich eben Solches.
Die wunderbaren Fotos von Martin, die vor wenigen Tagen entstanden sind, werde ich in Ruhe durchschauen. Magische Augenblicke waren das und ich finde, das Ergebnis zeigt es auch. Ein wenig, als hätte er mich in mein Buch gezaubert. Du darfst gespannt sein.
Was es nun nicht mehr gibt, ist die kostenlose Leseprobe. Hast du es bemerkt? Ab nächster Woche wird es wieder eine geben, dann mit dem Direktlink zum Vorbestellen. Du findest ihn, sobald es so weit ist unter ›Bücher‹ auf meiner Homepage.



bekloppt und dankbar dafür

Mittwoch, 2018-11-28 10:01, Eintrag von Diana
Kategorien: Candhun


»Ein bisschen bekloppt warst du ja schon immer!«
Oh danke, denke ich da. Im Zusammenhang mit dem was ich gerade tue, habe ich diesen Satz jetzt bereits mehrfach in ähnlichen Abwandlungen gehört. Was tue ich denn eigentlich? Mein Leben selbst bestimmen, meinen Traum verwirklichen und das, was ich am liebsten tue – fantasieren. Ist Letzteres oder Ersteres das, was mich so bekloppt macht?
Leute! Es ist vollbracht! Mein Roman ist bereit als E-Book hochgeladen zu werden. Wenn das nicht völlig verrückt ist, weiß ich es auch nicht.
Hier noch einmal der Weg zu meiner kostenlosen Leseprobe!
Was jetzt noch fehlt, ist der Dank. Ich habe es mehrfach erwähnt, alleine wäre dieser Weg zu steinig gewesen. Und unendlicher Quell der Inspiration ist nicht nur die Natur für mich, sondern auch die Freundschaft. Angefangen in der Zeit aus der dieses Foto stammt mit Jule und Lilli als Spielleitung von Cândhûn, über die ersten Lektoratsversuche und Kampf mit den bösen Syntaxen mit Bille und Knuffi, bis zur Entwicklung der HP mit Thomas, den ersten TestleserInnen Imra, Meike und Sabine, der Schöpfung des Götter-Symbols, welches ich euch bald vorstellen werde, mit Christoph, dem kreativen Feedback von Lydia und der Entwicklung und unfassbar genialen Umsetzung des Coverdesigns von Maik. An euch und alle, die mir Mut und Hilfestellung gegeben haben – auch Katharinas Einwurf »Liebesgeschichten von Heten können doch auch interessant sein«, war sehr ermutigend für mich – geht mein Dank! Auch an dich, du bist der Grund, weshalb die Geschichte mir doppelt Spaß macht und aus dem sie weitergeht!
Ich beschäftige mich heute also mit den Danksagungen, die ich in mein Buch schreiben möchte. Definitiv in alphabetischer und/oder chronologischer Reihenfolge – und in der Hoffnung, niemanden zu vergessen! Denn der Weg war lang und gesäumt von vielen schönen und einzigartigen Begegnungen. Und er ist nicht zu Ende. Nika ist drauf und dran eine zauberhafte Papierversion zu kreieren, auf die ich mich natürlich wahnsinnig freue. Also noch mal: Von Herzen Dank an euch, dass ihr gemeinsam mit mir so bekloppt seid!
Bald werde ich das Datum herausschreien, ich hoffe, dass du und viele, viele dann helfen werden ein bisschen Werbung für mich zu machen, in dem du es weitersagst oder postest.
An dieser Stelle noch ein kleiner Ausblick: Sobald diese erste riesige Hürde geschafft ist, werde ich etwas über die Entstehungsgeschichte schreiben. Das dürfte besonders interessant für Rollenspieler und Hobbyautoren werden. Nach den letzten Aktualisierungen für die Facebook-Seite und meine HP steht dann endgültig Teil zwei auf dem Plan. Ich freue mich endlos, dann wieder vollkommen in die Welt der sechs Freunde einzutauchen. Eine schöne Woche für dich!


Die letzten Meter sind am schwersten.

Montag, 2018-10-22 11:55, Eintrag von Diana
Kategorien: Candhun


Bist du schon einmal auf einen Berg gestiegen? Zuerst stehst du an seinem Fuß und bewunderst Form und Höhe von unten. Wie würde die Welt von da oben aussehen? Deine ersten Schritte werden von Euphorie getragen »Ich mache das jetzt!« Nach einer Weile, wenn du bereits eine menge Meter hinter dir hast, wird der Weg steinig, oder du mußt gar klettern. Klasse, denkst du, endlich eine Herausforderung, die Spaß bringt. Bis dir die Puste ausgeht - und du merkst, ganz so einfach wird der Gigant es dir nicht machen. Du schaust ins Tal und siehst es kleiner werden, doch der Gipfel rückt nicht näher. Die Anstrengung verdrängt deine romantischen Wandervorstellungen. Jetzt musst du dich entscheiden. Ganz nach oben, oder aufgeben?
Klar, bis zum Gipfel! Die nächste Kuppe versperrt dir zwar die Sicht, aber weit kann er nicht mehr sein. Oben angekommen, siehst du nur die nächste Kuppe. Ist das endlich die letzte? Nein, so wird es dir noch etliche Male ergehen, bis endlich die höchste Spitze des Berges in dein Sichtfeld rückt.
So fühle ich mich gerade: Ist der Gipfel in Sicht, oder nur ein weiterer Hügel auf dem Weg? Die letzten Meter sind am schwersten. Dabei liegt das Gröbste längst hinter mir, oder? Im Moment kann ich kaum etwas tun, als warten. Mir fehlt für mein Buch noch das Cover. Es soll nicht einfach eine Collage aus freigegebenen Netzfundstücken werden. Es soll ein individuelles Symbol enthalten, das einen Wiedererkennungswert hat. Soviel zumindest zum Plan, hoffentlich geht er auf.
Gut, ich hätte also die Zeit mich meinem Erzfeind zu stellen, dem Marketing. Hast du Erfahrung damit und kannst mir einen Tipp geben? Immer her damit!
Nun möchte ich jemandem das Wort geben, den du auf meinen Infoseiten nur finden kannst, wenn du nicht nach ihm suchst. Llew (sprich: Lu) hat seine ganz eigene Sicht auf die Geschehnisse und Ella, die Heldin aus meiner Geschichte, hat ihre ganz eigene Sicht auf Llew. Hast du dir bereits die Leseprobe heruntergeladen und weißt, wovon ich spreche?

Llew: »Als ich mit dem alten Adler nach Duria reiste, fand ich dort zwei Dinge: Das, was ich erwartet hatte und das, was ich am wenigsten erwartet hätte. Ausgerechnet ein durisches – fast durisches Mädchen brachte mir bei, wie sehr du über dich hinauswachsen musst, um dein Leben selbst zu bestimmen. Wahre Freiheit besteht nicht aus Folgen und Wegsehen, das ist leicht zu sagen, doch schwer zu begreifen.«

Möchtest du die ersten 5 Kapitel von ›Schleier der Anderswelt‹ gleich jetzt im pdf Format lesen, oder die Leseprobe des ersten Bands der Reihe ›Cândhûn‹ lieber als epub herunterladen? Wenn du Freunde hast, die Fantasy mögen, sag es weiter, teile meinen Blog oder den Link und like umbedingt meine Facebook Seite. Hilf mir einen Schritt auf dem Weg den Berg hinauf. Zusammen geht alles leichter! Ich bin schon gespannt, was hinter der nächsten Kuppe auf mich wartet.



Für uns bleibt die Zeit nicht stehen

Donnerstag, 2018-10-11 12:57, Eintrag von Diana
Kategorien: Candhun


Feinstes schottisches Wetter auf der Insel Lewis im Steinkreis von Callanish! Der Wind bläst mir pfeifend den Regen direkt ins Gesicht und die Kapuze vom Kopf. Und doch will ich am liebsten gar nicht wieder ins Auto einsteigen. Hinter dem größten Stein gegenüber der Grabstätte ist es vollkommen ruhig. Einen Moment lehne ich mich an den flachen Fels. Vom Regen verschont bewundere ich die hügelige Weite rings um den Steinkreis. In der Ferne versinken die kleinen dunkelgrauen Brocken, die überall aus dem rostroten Land ragen, im Wasser. Dort entschwindet ebenso das mystische Himmelsgrau. Wie soll ich denn dabei bitteschön nicht inspiriert werden? Sofort tauchen Bilder von Holzschiffen in meinem Inneren auf. Der Blick eines Druiden trifft auf die anlandenden Boote. Wurden sie erwartet, oder bedeutet das Krieg?
Wir müssen weiter, sonst fährt die Fähre in Talbert ohne uns ab, die Einzige an diesem Tag. Was für ein bildschönes Land dieses Schottland doch ist, ganz gleich bei welchem Wetter. Zurück im Auto vergeht dieses seltsame Gefühl von Zeitlosigkeit und Stille.
»Wir haben noch 55 Minuten bis der Checkin schließt. Das Navi sagt, 53 Minuten bis zum Hafen!« Die Hektik des modernen Alltags hat mich wieder. Etwas von der Stimmung an diesem regnerischen Morgen auf der Insel bleibt jedoch in mir zurück. Vielleicht meldet es sich eines Tages, wenn ich zuhause sitze und am dritten Band von Cândhûn schreibe. Denn so viel sei vorweggenommen, in diesem Teil müssen die Freunde durch ein unbekanntes Ödland reisen, in dem nur noch Ruinen von seiner einstigen Zivilisation künden.
Bis zur Erscheinung von Band 1 ist es nicht mehr lang. Im ersten Monat wird es das E-Book zum halben Preis geben! Sobald ich das genaue Datum bekannt geben kann, erfährst du es hier und auf Facebook.

Nun ist es an der Zeit, Jesmia etwas zu der Entwicklung der Geschichte in ›Schleier der Anderwelt‹ sagen zu lassen. Mehr über die mystische Heilerin mit dem alten Wissen findest du unter Charaktere.


»Cândhûn flüsterte die Zeichen mit dem Wind, sie wuchsen aus seiner Erde und tropften im Regen von den Blättern, noch bevor Menschen und Elfen sie in Worte fassen konnten. Doch genauso brachte es seine Heilung hervor. Ungewöhnliche Menschen begegneten uns und trugen in ihren Herzen, die Freundschaften mit sich, die wir benötigten.
Den Wald zu verlassen, war meine größte Herausforderung – das Gekannte und Altgeliebte, meinen Schutz. Als ich spürte, wie ringsumher alles zerbrach, musste ich handeln, bevor es mich aufgesaugt hätte. Wir mussten uns ändern, so wie die Zeiten im Jahr sich drehen, damit auch die Verursacher sich wandeln konnten. Ich tat es für Sám – noch bevor ich an mir selbst etwas von der Veränderung wahrnehmen konnte. Nani saa nu‘orul kahen´doun!«





Mabon

Donnerstag, 2018-10-11 11:57, Eintrag von Diana
Kategorien: Candhun


Welchem Pfad folgst du in einer Welt, in der dein Erbe und der Glaube deiner Ahnen dich das Leben kosten können? Ella werden ihre Neugier und die Faszination für den wilden Norden zum Verhängnis. Der Aufklang einer rätselhaften, nicht unerotischen Verknüpfung, die Ellas Leben bedroht und das Einzige ist, das es retten kann.

Ihr Lieben!
Episch, pünktlich zur Tagundnachtgleiche ist meine E-Book-Version fertig gesetzt. Na, es gibt noch ein paar Querelen mit manchen Absätzen, aber das Gröbste ist geschafft. Eine ganze Woche habe ich mich mit diversen Klappen- und Werbetexten herumgeschlagen, die sind einfach nicht mein Ding. Einige Zeit davor hat Google mir mitgeteilt, dass ich meinen Titel noch einmal ändern muss, da in den letzten Jahren einiges im Netz passiert ist und es inzwischen Überschneidungen mit anderen Werken gab – fällt aber kaum auf, oder hat es jemand bemerkt? Ja, ja so geht es einem, in einer Zeit, in der es heißt: »Es ist wahr. Ich hab’s auf Wikipedia gelesen«, oder, »google doch mal eben, ob es da Urheberrechtsverletzungen gibt.« Fluch und Segen, dass dies möglich ist!
Das alles fiel zusammen mit ein paar kleineren und größeren Erkältungserscheinungen und einer sehr unschönen Geschichte: Ich muss mich einer OP unterzeihen, zum Glück (noch) nichts Bösartiges. Jedenfalls gibt es weitaus Schöneres, mit dem ich mich zu beschäftigen wüsste. Dem Abschluss von Band 2 zum Beispiel, der für die Fertigstellung vom ersten Teil auf Eis liegt.
Nun wisst ihr, weshalb ich es nicht regelmäßig geschafft habe, etwas zu berichten. In einer Woche dann geht es nach Schottland. Das wird der Grund sein, aus dem ich wieder eine Zwangspause einlegen muss – diesmal ein Guter! Für das E-Book jedenfalls fehlen nur noch das Cover und der letzte Schuss Mut. Ende Oktober sollte es also mein Buch endlich, endlich im Handel geben – kaum zu glauben. Ich freue mich riesig!

Als ich an den Werbetexten verzweifelte, haben die Charaktere mir etwas über ihre eigene Wahrnehmung der Ereignisse hinterlassen. Diese kleinen Texte sind etwas ganz Besonderes für mich – es hat mich gerührt, dass sich die HeldInnen selbst zu Wort gemeldet haben. Daher poste ich die Zitate jetzt Stück für Stück. Für mich bleibt an dieser Stelle nur, euch ein gesegnetes Mabon zu wünschen! Seid dankbar für eure diesjährige Ernte und feiert sie schön.

Zuerst darf Fael, eine Jahee-Geweihte und Hüterin, ihre Sicht kundtun. Mehr über die sambrische Schönheit erfahrt ihr auf meiner Homepage.

»Ein Sturm brachte die Aufregung und eine Seherin in unseren Wald. Das war der Beginn der größten Reise meines Lebens. Zuerst sah ich nur an meinen Freunden, wie plötzlich jede Entwicklung mit Macht voranschritt. Bis es mich selbst ergriff. Jahees Ruf scholl lauter als der Donner von den Bergen wider. Es ist fast unmöglich, das Puzzle zu begreifen, wenn du selbst im Mittelpunkt stehst. Zu Anfang spürte ich nur, dass es gut war zu handeln und den Weg anzutreten, der sich vor uns auftat. Dann erkannte ich, wie unumgänglich er war.«

Keine Angst vor dem Fallen!

Montag, 2018-07-02 11:45, Eintrag von Diana
Kategorien: Candhun



Kennst du das Gefühl, wenn die Übermüdung dermaßen zum alltäglichen Begleiter geworden ist, dass dein Gehirn die einhergehende Unkonzentriertheit und körperliche Schwäche schon gar nicht mehr registriert?
Mit Blick auf dem Handy laufe ich also abends mit Wäschekorb die Kellertreppe hinunter – mal wieder alle möglichen Dinge gleichzeitig erledigend – rums!
Mein Arm ist so blau, dass man nicht wirklich von einem Fleck sprechen kann. Es ist eher ein Flatschen, der den halben Oberarm bedeckt. Zum Glück ist nichts schlimmeres passiert und inzwischen ist er bereits gelb mit hübschem lila Rand.
Auch das Fallen will gelernt sein.
Vermutlich bist du in einer ähnlichen Situation. Denn wir haben gerade den Zenit überschritten - das Jahresrad ist bereits zur Hälfte durchlaufen und die Füllezeit bringt oft eine gewisse Überforderung mit sich. So viele Dinge die erledigt werden wollen, am besten alle gleichzeitig, weil sich dort hinten bereits der nächste Berg Arbeit auftürmt. Gut, jede Saison hat ihre Herausforderungen. Gehen wir sie an! Schritt für Schritt, wie Beppo der Straßenkehrer, damit wir uns nicht überfordern oder die Kellertreppe hinunter stürzen. Im schlimmsten Fall Prioritäten setzen, immer wieder Listen schreiben und abarbeiten und wenn es doch zu viel wird - abgeben.
Bist du auch jemand für den ›abgeben‹ eines der schwierigsten Dinge im Leben ist? Mir wurde neulich erzählt, es lohne sich das Gefühl kennenzulernen, dass du aufgefangen wirst, wenn du fällst. Okay, auf der Kellertreppe stand niemand hinter mir, wer hätte mich da fangen sollen?
Ich muss mich auch nicht buchstäblich fallen lassen, um das Gefühl von Rückhalt in mir zu finden. Denn wenn ich von Haushaltsunfällen absehe, standen in den letzten Jahren unverhofft sehr viele Menschen hinter mir.
Ich möchte euch Danke sagen!
Ob bei meiner letzten Arbeit, als ich plötzlich schwanger wurde, als mein Vater gestorben ist, oder bei kleineren weniger gravierenden Dingen – ich habe Glück, auch ich werde gefangen wenn ich falle.
An meinem Buchprojekt merke ich ebenfalls, dass ich nicht allein bin. Mehr noch – es lebt durch all eure Hilfe. Der größte Spaß an der Sache ist für mich, mit euch zusammenzuarbeiten. Angefangen bei den allerersten Gehversuchen vor fast zehn Jahren, als einige meiner Freundinnen mich ermutigt haben, aus den ersten 20 Seiten mehr zu machen und meinen Stil zu finden. Zwischendurch immer wieder, wenn die Welt Cândhûns gewachsen ist. Jetzt, da ich nach langem unruhigem Schlaf die Geschichte mit ihren Heldinnen und Helden wiedererweckt habe, ist die Zusammenarbeit erneut sehr intensiv. Das ist wunderschön – und was für Qualitäten alle zum Einsatz kommen… beim Korrigieren, Programmieren, Testlesen, Zeichnen, Mutmachen, Kritisieren und dabei sein. Ich habe sogar bereits jemanden gefunden, der sich mit Buchsatz auskennt. Es kann also weitergehen! Natürlich Schritt für Schritt. Zum wiederholten Mal durfte ich erleben:
Kommuniziere, wenn du alleine nicht weiter weißt und eine passende Lösung wird sich finden!

Das Foto habe ich ausgewählt, weil diese Wanderung Inspiration für eine Szene im zweiten Teil ›Cândhûn: der Alte Pfad‹ war, in der das Gemeinschaftsgefühl eine wichtige Rolle spielt. Wer genau hinsieht, kann einen Dorn vom Stechginster in meinem kleinen Finger sehen.